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Steuerberater ▪ Wirtschaftsprüfer ▪ Jena ▪ Brammertz ▪ Lau

Der Arzt als Unternehmer!?


Der Arzt ist normalerweise zum "heilen" da, er kommt aber nicht darum herum, auch unternehmerisch zu handeln. Für den Arzt ist es ebenso wichtig wie für einen Unternehmer, dass er nicht nur in seiner Praxis arbeitet, sondern auch an seiner Praxis arbeitet.
Das Gesundheitswesen ist der Wachstumsmarkt schlechthin, von daher dürften die Zukunftsaussichten positiv sein. Mit zunehmendem Alter der Bevölkerung nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass eine ärztliche Versorgung verstärkt benötigt wird. Es finden grundlegende Veränderungen statt. An den Arzt werden sehr hohe fachliche Anforderungen gestellt.

aktuelle Situation

Nicht nur die Banken stecken in einer Finanzkrise – dem deutsche Gesundheitssystem geht es genauso. Um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung einzudämmen, hat man die Budgetierung auf den Weg gebracht. Den Ärzten wird von den gesetzlichen Krankenkassen ein fester finanzieller Rahmen aufoktroyiert, indem Ihnen ein gewisser Anteil des Gesamtbudgets zusteht. Dieser berechnet sich äußert kompliziert und besteht letztendlich aus 3 Komponenten: Aus der sogenannten Fallpauschale, dem Regelleistungsvolumen, das die quartalsweise Honorarobergrenze darstellt, und dem Arznei-, Heil- und Hilfsmittelbudgets der Praxis. Mit dem zur Verfügung gestellten Budget müssen die Ärzte haushalten.

Folgen

Wird das Budget vom Arzt überschritten, müssen die Mehrausgaben aus der eigenen Tasche gezahlt werden; dies kann ihn sehr empfindlich treffen. Im Gegensatz zu einem Unternehmer kann der Arzt das Budget nicht im Vorhinein planen. Aus der Praxis wissen wir, dass Ärzte ihre Einzelleistung oft "nicht honoriert" bekommen. Ärzte können grundsätzlich durch die Behandlung von Kassenpatienten nicht wie Unternehmer durch mehr Leistungen rentabler werden. Betriebswirtschaftlich betrachtet, nimmt der Grenzertrag eines Patienten ab und er wird sogar negativ. In der Betriebswirtschaftslehre spricht man hier von den Gossenschen Gesetzen. Wenn man als Steuerberater nur die betriebswirtschaftlichen Aspekte betrachtet, müsste man dem Arzt dringend empfehlen, die Arztbesuche des Patienten zu limitieren. Hier muss man aber wissen, dass der Arzt oft nicht anders handeln kann. Von Berufswegen ist er verpflichtet, Menschen zu helfen. Durch die ihm aufgelegten Verpflichtungen bewegt er sich in ein menschliches Paradoxon. Oft muss eine Arztpraxis bei Gründung größere Kredite aufnehmen. Es müssen Folgeinvestitionen getätigt werden. Wenn der Arzt nicht über ausreichende Mittel verfügt, führt dies zu einer Einschränkung der medizinischen Versorgung.

Konsequenzen

Es gibt einige Ärzte die begegnen dem ausgeschöpften Budget – verständlicher Weise – mit verschlossenen Türen zum Quartalsende. Weitere Sparmaßnahmen werden von den Ärzten ergriffen, indem weniger Medikamente verordnet werden und die Genehmigung von Untersuchungen eingeschränkt werden. Sehr viele Ärzte können aus ethischen Gründen betriebswirtschaftlich notwendige Maßnahmen nicht oder nur bedingt berücksichtigten. Diese sogenannte 2-Klassen-Medizin führt auch dazu, dass Ärzte streiken und demonstrieren. Denn es kann nicht sein, dass heute Ärzte sogar Insolvenz anmelden müssen oder aus wirtschaftlichen Gründen ins Ausland abwandern.

Unsere Lösungsansätze

Vor diesem Hintergrund ist eine Beratung von Ärzten äußerst komplex und sehr speziell. Einem Unternehmer kann plakativ gesagt werden: "Machen Sie nur das, womit Sie etwas verdienen!". In der Ärzteberatung sind allerdings nicht nur betriebswirtschaftliche Kenntnisse gefordert. Als Berater muss man sich auch mit den speziellen Besonderheiten des Berufes auseinandersetzen.
Ärzte können in erster Linie durch die bevorzugte Behandlung von Privatpatienten ihre Ertragslage verbessern. Daneben besteht die Möglichkeit durch individuellen Gesund-heitsleistungen (IGeL) das Ergebnis zu verbessern. Es gibt bereits wenige Arztpraxen, die an bestimmten Tagen nur für Privatpatienten geöffnet haben. Der Kassenpatient muss unter Umständen 3 Monate auf einen Termin warten. Wenn er jedoch früher behandelt werden möchte, hat er die Möglichkeit in der Privatsprechstunde Leistungen in Anspruch zu nehmen und diese selbst zu bezahlen. Akute Notfälle kann der Arzt jedoch nicht verweigern.
Unsere Mandanten versuchen auch in ihren Praxen die wirtschaftlichen Aspekte mit einfliesen zu lassen. So kann eine Senkung der Lohnnebenkosten erreicht werden, wenn Mitarbeiter zum Teil lohnsteuer- und sozialversicherungsfreie Sachbezüge erhalten. Mittlerweile gibt es aber auch für den Arzt das Problem, qualifizierte Mitarbeiter und Auszubildende zu finden. Auch hier muss Vorsorge getroffen und ein attraktives Angebot geschaffen werden.

Unsere Beratungsangebote

Unsere Steuerberatungskanzlei verfügt über umfangreiche Erfahrungen. Bereits seit mehr als 20 Jahren betreuen wir erfolgreich selbstständige und angestellte Ärzte und Angehörige von Heilberufen. Wir kennen die berufsspezifischen Probleme und haben individuelle Lösungsmöglichkeiten für Ihre Fragen und Anliegen.
Wir führen für Sie Erfolgs- und Liquiditätsplanungen durch und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite bei Praxiskauf und –verkauf, bei der Praxisbewertung, bei Praxisauseinander-setzungen und Praxiszusammenschlüssen.
In unsere Beratung beziehen wir neben dem beruflichen Bereich auch den Privatbereich mit ein, um Ihnen eine ganzheitliche Beratung zu gewährleisten. Außerdem können wir für Sie Branchenvergleiche durchführen, setzen uns jedoch kritisch mit der Statistik auseinander – nach dem Motto von Sir Winston Churchills: "Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe!"

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